Was ich 2021 als Trainer und Unternehmer falsch gemacht habe

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Was ich 2021 als Trainer und Unternehmer falsch gemacht habe?

Vorab: Ich wünsche dir ein erfolgreiches und gesundes Jahr 2022! Was hat sich bei uns geändert? Wir heißen nicht mehr Institut für systemisches Trianing, sondern Corporate Training Academy. Ja, es stimmt: mit meinem Umzug nach Portugal hat es sich angeboten, auch den Firmensitz zu verlegen und das Unternehmen selbst ist jetzt ein US-Unternehmen.

 

Vorsätze?

Statt hochtrabenden Vorsätzen fürs neue Jahr fragt sich ein Unternehmer (also ich), was 2021 nicht ideal war. Am eigenen Verhalten, am Mindset oder an der Ausführung der eigenen Pläne. 

 

Fünf Dinge sind es, die mir an mir nicht gefallen bzw. die ich derzeit ändere.

 

  1. Arbeiten bis zur Erschöpfung

    Wer selbständig ist, nimmt das ggf. zu wörtlich: „selbst und ständig“. Darauf bin ich nicht mehr stolz. Es ist unprofessionell. Im Januar lief die Kamera nach einem Dreh einmal weiter, und ich konnte gestern auf der SD-Karte ansehen, wie ich original bis 3 Uhr in die Nacht „die Welt rettete“. (Screenshot unten) Ein Freund sagte mir dazu: „Rette dich erst mal selbst, vor dir!“ Zum Glück kam es nicht dauernd vor.
    Was ich 2021 als Trainer und Unternehmer falsch gemacht habe
  2. Auswandern in Raten

    Warum habe ich nicht einen Container voll gemacht, den aufs Schiff gesetzt, ein paar Tausender bezahlt und that`s it. Nein. Ich bin Nov 2020 im Winter nach Madeira, hab erst mal vorgefühlt, dann pflichtbewusst zurück nach Deutschland. Dann habe ich mir 2021 vorgemacht, dass ich dort einen langen Urlaub mache, und in 3 Koffer mein halbes Filmstudio gepackt. „Was willst du machen, Urlaub?“ haben mich viele gefragt. Nie mehr, ich bin mehr hin- und hergeflogen als ein Zugvogel der sein Navi verloren hat.
  3. Lächerliche Beträge für Online-Marketing

    Was wir für richtige Online-Campagnen und Top Berater ausgegeben haben ist beschämend, und wir sind gerade dabei das zu ändern. Ich will die Zahl nicht sagen, aber es ist gerade so noch fünfstellig geworden. Ich glaube, ein angestellter Manager würde dafür fliegen. Was ich bei STADA für s Marketing ausgegeben habe (für die kleinsten Projekte) ist gar kein Vergleich. Das werden wir ändern.
  4. Kundenstimmen, aber fast keine Firmennamen

    Wir haben darauf geachtet, unsere Teilnehmer:innen nach ihrer Erfahrung zu fragen und das danken uns Interessentinnen und Interessenten total! (bsp:
    https://ist.training/start) Aber wir haben nie nach einem Logo gefragt oder ob wir den Firmennamen auch mal auf unsere Kundenlisten schreiben dürfen. Das werde ich nie mehr vernachlässigen und habe es ganz oben auf meiner Liste stehen. Vielleicht ist das eine oder andere auch für euch ein Hinweis oder wenigstens ein Trost, dass wir bei ist.training auch nicht alles wissen. Was habt ihr gelernt aus 2021?
  5. Hubs, ganz vergessen: Garantie gebenWir hatten im gesamten Jahr 2021 keine einzige Garantie gegeben. Moment: faktisch haben wir Teilnehmer erst zahlen lassen, wenn die Trainerausbildung abgeschlossen war. Mir war immer wichtig, dass nur zufriedene Kunden eine Rechnung bekommen. …und ich wollte immer, dass es nicht am Geld hängt, ob jemand bei uns eine Ausbildung machen kann. Deshalb haben wir Kunden Ausbildungen bis zu einem Jahr vorfinanziert. … und wer zusätzlich Hilfe benötigt hat, mit dem habe ich neben der Gruppe mehrere Coachings durchgeführt. …oder unsere Trainerin bzg. unser Trainer hat das übernommen und wir haben es supportet. Zu dumm nur, dass wir als Unternehmen dies nie als Garantie ausgedrückt haben. Wir haben es nie transparent dargestellt. Wäre doch eine Idee, das auf der Veranstaltungsseite zu erklären, oder?Hier sind unsere drei Garantieen, ich sage gleichg auch noch etwas zu Garantie-Typen, damit du das Prinzip selbst anwenden kannst. …denn tatsächlich ist das Vertrauen durch diese Garantien (wir setzen es seit Anfang 2022 bewusst um) in die Höhe geschossen. Potenzielle Kunden sind nicht mehr so misstrauisch und entscheiden sich eher für uns:Garantie eins: „Erst Zertifikat, dann Rechnung“
    – „Der Betrag für die Ausbildung ist erst  n a c h  dem Abschluss deiner Ausbildung fällig.“
    Hinweis: ..entspricht einer Geld-Zurück-Garantie. Wir fanden nur das Wort so abgedroschen, wollten es aber trotzdem garantieren.Garantie zwei: „Mit dem neuen Wissen erst verdienen“
    – Der Betrag kann in bis zu zwei Raten beglichen werden. Die zweite Rate begleichst du erst drei Monate später.
    Notiz an der Seite: Das wollen wir in Zukunft zu einer erfolgsbasierten Garantie ausbauen: „Zahle erst, wenn du die Trainingskosten reingeholt hast.“ Problem: Der Kunde müsste sein Auftragsbuch offenlegen.Garantie drei: Garantiert-ans-Ziel
    – „Du erhältst so viele zusätzliche 1:1 Coachings, bis du alle Aspekte für deine Ausbildung zu deiner vollen Zufriedenheit geübt und verstanden hast.“
    Erklärung: Meine Lieblingsgarantie und auch der Publikumsliebling. Da wir es ohnehin immer so gehalten haben, breche ich mir keinen Zacken aus der Krone und endlich wird es vorher ausgesprochen.Bei Garantieen geht es darum, das Risiko zu senken oder sogar umzudrehen: Lieber Kunde, mein Produkt is so gut, kaufe es ohne Risiko. Von den wenigen Verkaufstagen im neuen Jahr haben wir gelernt: Garantieen zu kombinieren ist nicht nur OK, es kommt auch gut an. Wenn du Garantien nutzt, hier die Denk-Abkürzung um eigene gute Lösungen zu finden: Nutze entweder eine Garantie, die an Bedingungen geknüpft ist („Sie erhalten Ihr Geld zurück, wenn Sie uns sagen, warum Sie das Programm verlassen wollen“ oder bedingungslos „Zahlen Sie nur, wenn Sie das Programm abgeschlossen haben.“Besser als die alte Geld-Zurück-Leier ist definitiv, sich am Ergebnis beteiligen zu lassen. „Es gibt keinen Preis für unsere Ausbildung. Wir erhalten lediglich x Prozent Anteil von Ihrem nächsten Gehalt für 6 Monate.“ Würde sich anbieten für Karriere – Seminare. Wenn dein Seminar rockt, warum nicht?

 

 

ÜBER DEN AUTOR

Marius Jost

Marius Jost leitet die Trainerausbildung der Corporate Training Academy (bis 2021 noch Institut für systemisches Training) sowie die Fachgruppe Online-Training des BDVT. Er begann seine berufliche Laufbahn als zunächst als IT-Analyst und entwickelte sich zum Lobbying- und PR-Spezialist für die IT-Branche. Er betreute u.a. als Senior-Associate für die Public Affairs Agentur Burson-Marsteller globale Kunden. Zuletzt durfte er als Kommunikationsmanager bei STADA weitere Erfahrungen sammeln. Jost ist Business Coach (DBVC) und hat sein Studium „International Business Administration” in Paris (ABS) und Frankfurt am Main (Goethe) absolviert.