Ist Zoom datenschutzkonform? Wenn nein, welche Alternativen bieten sich für Trainer an?

WebEx-Alternativen für Trainer

Ist Zoom DSGVO-konform? Die Antwort ist wie immer: “Jein”. Ich bin kein Rechtsanwalt, ich werde aber nachfolgend darstellen, wie man Zoom sicher benutzen könnte und aufzeigen, welche Alternativen es noch gibt, wenn man sich nicht für Zoom entscheidet.


Es gibt im Grunde zwei große Dimensionen, wenn es um solche Webinar- oder Konferenzsysteme geht. Auf der einen Seite steht die eigene Datenschutzerklärung sowie die DSGVO. Auf der anderen Seite stellt sich die Frage, inwiefern man überhaupt dem Ganzen vertraut.

Viele Menschen haben derzeit ein komisches Gefühl, wenn sie Zoom benutzen



In den Medien wurde berichtet, dass TESLA oder Google sagten, sie werden Zoom nicht mehr einsetzen. Grund hierfür ist, dass Zoom eine Datenschutzpolitik betrieben hat, die eine Weitergabe personenbezogener Daten zwischen verschiedenen Systemen möglich gemacht hat. Was an dieser Stelle in Bezug auf Google wichtig ist: Google hat ein eigenes Videokonferenzsystem, das mit Zoom konkurriert. In der Presse wurde nicht bestätigt, dass dies der Grund dafür ist, dass Google den Einsatz von Zoom ablehnt. Allerdings beraten wir schon recht lange andere Trainer und Unternehmen dabei, wie sie Onlineseminare und -trainings abhalten können. Wenn ein Videokonferenzanbieter wie Google die Chance hat – wie aktuell – den Konkurrenten etwas „in die Erde zu drücken“, dann nutzt er diese Chance natürlich auch.

Hier unser Video: “ZOOM und Datenschutz: Zoom Alternativen für DSGVO konforme Videokonferenzen & Webinare


Die Problematik bestand darin, dass Zoom Daten bereits bei der ZOOM-Anmeldung zwischen sich und Facebook „hin- und hergeschoben“ hat. Das war ein Problem für Tesla sowie für viele Datenschützer in Deutschland – und wohl auch für Google. Zoom hatte auch nicht kommuniziert, welche weiteren Daten es mit Facebook austauscht. Natürlich gehört eine solche Information in jede Datenschutzerklärung eines Unternehmens. Bei Zoom fehlte dies. Auch hat Zoom daraufhin bestimmte Verknüpfungen u.a. mit Facebook gelöst und beispielsweise das Facebook Developer Kit aus seinem System entfernt.

In Deutschland müssen Sie eine eigene Datenschutzerklärung abgeben
Wichtig ist für Sie die Rechtslage in Deutschland. Hier müssen Sie eine eigene Datenschutzerklärung abgeben. Sie sind dabei verpflichtet, bestimmte Angaben zu machen. Grob dargestellt bedeutet dies Folgendes: Sie müssen in Ihrer Datenschutzerklärung angeben, weshalb Sie ein bestimmtes Tool, wie z. B. Zoom, bzw. welche Funktionen dieses Tools Sie nutzen und warum es keine bessere Alternative gibt. Außerdem müssen Sie angeben, mit wem in diesem Zusammenhang Daten ausgetauscht werden. Es ist empfehlenswert, sich hierbei von einem Profi helfen zu lassen und – falls vorhanden – mit dem Betriebsrat oder dem Datenschutzbeauftragten Ihrer Firma zu sprechen.

Wenn es eine deutsche Alternative zu Zoom gibt, ist man gesetzlich nicht verpflichtet, unbedingt diese zu wählen

Nur weil es eine deutsche Alternative zu Zoom gibt, bedeutet das nicht automatisch, dass diese sicherer ist und der Gesetzgeber erwartet, dass Sie sich für diese Alternative entscheiden. Genutzt werden dürfen z.B. Unternehmen mit Sitz in den USA, die Privacy Shield-zertifiziert sind. Unter dem Privacy Shield ist ein Abkommen zwischen der EU und den USA zu verstehen, die auf den Schutz von personenbezogenen Daten bei der Übertragung zwischen Mitgliedsstaaten der EU auf der einen und den USA auf der anderen Seite abzielt.

Viele deutsche Unternehmen und Behörden sind dennoch der Meinung, dass Unternehmen mit Sitz in den USA unter Druck wichtige Geheimnisse oder zumindest diverse Kontaktdaten an den amerikanischen Geheimdienst weitergeben können. Ganz unberechtigt ist ein solcher Verdachtsgedanke zumindest nicht…

Wenn man Zoom misstraut, wählt man einen Dienst mit Sitz in Deutschland

Wenn der Auftraggeber oder man selbst Zoom misstraut, kann man sich auch für einen Dienst mit Sitz in der EU oder in Deutschland entscheiden. Beachten Sie jedoch hierbei, dass Sie nach deutschem Recht bei allen Diensten, sei es Zoom oder eine deutsche Alternative, einen Auftragsdatenverarbeitungsvertrag haben müssen.


In Deutschland gehostete Dienste sind u.a.:

  • meetyoo
  • meetgreen
  • fastviewer
  • [Browser-basiert] edudip
  • TeamViewer Blizz
  • [Browser-basiert] YuLinc
  • MVC Mobile Video Communication / Personal-Meeting-Room
  • RED connect von redmedical.de
  • [Browser-basiert] onconsult.de
  • socialhub.io
  • Telekom Conferencing & Collaboration Tools
  • Schweiz: wire.com/de

Welche weiteren Plattformen es für Online-Trainings und Webinare gibt und wofür sie sich jeweils am besten eignen, finden Sie hier: http://notebookverleihbiz.alfahosting.org/28-plattformen-fuer-webinare-videokonferenzen-und-online-training-im-test/

About The Author

Marius Jost

Marius Jost leitet die Trainerausbildung des Instituts für systemisches Training sowie die Fachgruppe E-Learning des BDVT. Er begann seine berufliche Laufbahn als zunächst als IT-Analyst und entwickelte sich zum Lobbying- und PR-Spezialist für die IT-Branche. Er betreute u.a. als Senior-Associate für die Public Affairs Agentur Burson-Marsteller globale Kunden. Zuletzt durfte er als Kommunikationsmanager bei STADA weitere Erfahrungen sammeln. Jost ist Business Coach (DBVC) und hat sein Studium „International Business Administration” in Paris (ABS) und Frankfurt am Main (Goethe) absolviert.